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Homeoffice-Alternative: Wann sich ein Arbeitsplatz außer Haus lohnt

Primus Finanzdienst GmbH7 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt fünf realistische Alternativen zum Homeoffice: Homeoffice besser einrichten, öffentliche Orte, Coworking, mehr Bürotage beim Arbeitgeber oder ein eigenes Büro.
  • Ein Arbeitsplatz außer Haus lohnt sich, wenn Ruhe, Platz, Ergonomie oder die Trennung von Arbeit und Privatleben zu Hause dauerhaft fehlen.
  • Sie müssen nicht ganz oder gar nicht wechseln: Schon ein bis zwei Tage pro Woche außer Haus verändern den Arbeitsalltag spürbar.
  • Angestellte sollten vorher mit dem Arbeitgeber klären, ob Arbeiten an einem dritten Ort erlaubt ist und welche Datenschutzregeln gelten.
  • Steuerlich gilt: Die Homeoffice-Tagespauschale setzt voraus, dass Sie an dem Tag überwiegend zu Hause arbeiten (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG, Stand: November 2026).

Montagmorgen, 9 Uhr. Der Laptop steht auf dem Esstisch, nebenan läuft die Waschmaschine, der Paketbote klingelt zum zweiten Mal. Viele, die regelmäßig von zu Hause arbeiten, kennen das. Das Homeoffice spart Fahrzeit, aber es hat Grenzen: fehlende Ruhe, kein richtiger Arbeitsplatz, keine Trennung zwischen Arbeit und Feierabend.

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht zurück ins tägliche Pendeln. Zwischen Küchentisch und Firmenbüro gibt es mehrere Alternativen. Dieser Ratgeber zeigt, welche es gibt, was sie kosten und woran Sie erkennen, ob sich ein Arbeitsplatz außer Haus für Sie lohnt.

Die fünf Alternativen im Überblick

AlternativeKostenRuheErgonomieTrennung Arbeit/PrivatFlexibilität
Homeoffice besser einrichteneinmalig für Möbel und Technikje nach Wohnunggut, wenn investiertgeringhoch
Café, Bibliothek, öffentliche Ortegeringwechselndmeist schlechtmittelhoch
Coworking / Tagesarbeitsplatzpro Tag oder Monatmeist gutguthochhoch
Mehr Tage im FirmenbüroFahrtkosten und Zeitje nach Büroguthochgering
Eigenes Büro mietenMiete, Nebenkosten, Einrichtunggutguthochgering

Jede Lösung hat ihren Platz. Entscheidend ist, was Ihnen im Homeoffice konkret fehlt.

Woran Sie merken, dass das Homeoffice nicht mehr passt

Nicht jeder schlechte Tag ist ein Grund zu wechseln. Diese Anzeichen sprechen aber dafür, dass Sie eine Alternative brauchen:

Wenn Sie drei oder mehr Punkte abhaken, lohnt es sich, über eine Lösung außer Haus nachzudenken.

Alternative 1: Das Homeoffice besser einrichten

Manchmal ist das Problem nicht der Ort, sondern die Einrichtung. Ein höhenverstellbarer Tisch, ein guter Stuhl, ein externer Monitor und ein Headset lösen viele Beschwerden.

Passt, wenn: Sie Platz für einen festen Arbeitsplatz haben und zu Hause ungestört sind. Passt nicht, wenn: Ruhe und Abstand fehlen. Ein neuer Stuhl macht die Wohnung nicht leiser.

Alternative 2: Café, Bibliothek und andere öffentliche Orte

Für zwei Stunden E-Mails ist ein Café in Ordnung. Für einen ganzen Arbeitstag fehlen meist Steckdosen, ein ergonomischer Platz und Ruhe für Telefonate. Dazu kommt der Datenschutz: Wer am Nachbartisch mitlesen kann, sollte keine vertraulichen Dokumente öffnen.

Passt, wenn: Sie kurz unterwegs arbeiten oder einen Ortswechsel für kreative Aufgaben suchen. Passt nicht, wenn: Sie acht Stunden konzentriert arbeiten oder vertraulich telefonieren müssen.

Alternative 3: Coworking und Tagesarbeitsplätze

Ein Coworking-Platz ist ein fertig ausgestatteter Arbeitsplatz, den Sie tageweise oder monatlich mieten. Sie kommen, setzen sich hin und arbeiten. Um Möbel, Internet, Heizung und Reinigung kümmert sich der Betreiber.

Passt, wenn: Sie Ruhe, einen ordentlichen Arbeitsplatz und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Zuhause suchen, aber nicht täglich weit pendeln wollen. Passt nicht, wenn: Sie rund um die Uhr Zugang brauchen oder fast nur telefonieren. Das hängt vom Standort ab.

23,80 €Tagespass bei Primus Coworking (brutto)
201,11 €Flex-Monat, jeden Öffnungstag ein Platz
272,51 €Fix-Monat, eigener Schreibtisch

Wie Sie einen Tagespass sinnvoll einsetzen, beschreibt der Artikel Tagesarbeitsplatz statt Homeoffice. Einen Überblick über Standorte und Kriterien in der Region bietet der Leitfaden Coworking im Rhein-Sieg-Kreis.

Alternative 4: Mehr Tage im Firmenbüro

Für Angestellte ist das naheliegend, wenn der Arbeitgeber Plätze anbietet. Der Preis ist die Fahrzeit. Wer aus Hennef oder Eitorf täglich nach Köln oder Bonn fährt, kommt über die Woche schnell auf viele Stunden unterwegs.

Passt, wenn: Der Weg kurz ist oder Sie den Austausch im Team brauchen. Passt nicht, wenn: Sie gerade wegen des Pendelns ins Homeoffice gewechselt sind.

Alternative 5: Ein eigenes Büro

Ein eigenes Büro bietet die meiste Kontrolle, aber auch die meisten Pflichten: Mietvertrag mit längerer Laufzeit, Kaution, Nebenkosten, Internet, Möbel, Reinigung. Für eine einzelne Person ist das selten wirtschaftlich.

Passt, wenn: Sie ein Team haben, Kunden empfangen oder Lager und Technik unterbringen müssen. Passt nicht, wenn: Sie allein arbeiten und flexibel bleiben wollen.

Wann sich ein Arbeitsplatz außer Haus rechnet

Ob sich ein Platz außer Haus lohnt, ist nicht nur eine Geldfrage. Rechnen Sie trotzdem einmal durch.

Beispiel: Eine selbstständige Beraterin aus Hennef arbeitet an zwei Tagen pro Woche außer Haus, also etwa acht bis neun Tage im Monat. Mit der 10er-Karte für 214,20 € brutto (180,00 € netto) kostet ein Tag 21,42 €, neun Tage also 192,78 €. Der Flex-Monat für 201,11 € brutto ist erst ab zehn Tagen günstiger als die Karte. Er lohnt sich für sie trotzdem, sobald sie öfter spontan einen dritten Tag einschiebt.

Monatliche Kosten nach Modell (brutto, gerundet)
2 Tage mit Tagespass48 €
4 Tage mit Tagespass95 €
8 Tage mit Tagespass190 €
Flex-Monat, unbegrenzt201 €
Fix-Monat, eigener Tisch273 €

Wichtiger als der Preis ist oft der Nutzen: Was schaffen Sie an einem ruhigen Tag mehr? Wenn ein Tag außer Haus Ihnen einen Abend am Wochenende erspart, hat er sich schnell gelohnt.

Ausführliche Rechenbeispiele finden Sie im Artikel Was kostet Coworking?.

Worauf Sie bei einem Arbeitsplatz außer Haus achten sollten

Wenn Sie sich für einen Platz außer Haus entscheiden, entscheidet die Wahl des Standorts darüber, ob die Lösung im Alltag trägt. Prüfen Sie vor allem diese Punkte:

  • Der Weg: Ein Platz, der weiter weg ist als Ihr Firmenbüro, löst das Pendelproblem nicht. Ideal ist ein Weg, den Sie zu Fuß, mit dem Rad oder mit wenigen Bahnstationen schaffen.
  • Die Öffnungszeiten: Passen sie zu Ihrem Arbeitstag? Bei uns ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Die Ruhe: Kleine Standorte mit wenigen Plätzen sind oft ruhiger als große Flächen.
  • Die Ausstattung: Ein Monitor und ein ergonomischer Stuhl entscheiden darüber, ob Sie nach acht Stunden noch gern sitzen.
  • Telefonate: Wer viele Videocalls hat, braucht einen Ort dafür. Fragen Sie vorher nach, wie das gelöst ist.
  • Die Bindung: Tagespässe und monatlich kündbare Tarife lassen Ihnen Spielraum, falls sich Ihr Arbeitsalltag ändert.

Drei Einwände – und was dran ist

„Dann kann ich auch gleich ins Büro fahren.“ Nicht ganz. Ein wohnortnaher Platz spart den langen Weg und gibt Ihnen trotzdem die Trennung von Arbeit und Zuhause. Für viele ist das der eigentliche Gewinn des Homeoffice, nur ohne dessen Nachteile.

„Das kostet Geld, das Homeoffice ist umsonst.“ Das Homeoffice ist nicht kostenlos: Strom, Heizung, Möbel und Platz in der Wohnung kosten auch. Und ein unproduktiver Tag kostet Selbstständige bares Geld. Rechnen Sie, was ein konzentrierter Tag für Sie wert ist.

„Ich brauche meine Ruhe, nicht andere Menschen.“ Gerade deshalb kann ein kleiner Standort passen. Ein Raum mit wenigen Plätzen ist oft ruhiger als eine Wohnung mit Familie, Nachbarn und Paketdienst.

Hinweise für Angestellte

Wer angestellt ist, kann nicht einfach irgendwo arbeiten. Klären Sie vorher:

  • Erlaubt Ihr Vertrag einen dritten Ort? Viele Homeoffice-Regeln erlauben nur die eigene Wohnung. Für Arbeit an anderen Orten braucht es oft eine Regelung zum mobilen Arbeiten.
  • Wie gehen Sie mit vertraulichen Daten um? Bildschirm nicht einsehbar, keine Ausdrucke liegen lassen, gesicherte Verbindung nutzen, Telefonate mit Kundendaten nicht im offenen Raum.
  • Wer zahlt? Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten für einen Arbeitsplatz außer Haus. Fragen kostet nichts.

Was steuerlich zu beachten ist

Für die Homeoffice-Tagespauschale verlangt § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG, dass Sie an dem Tag überwiegend in der häuslichen Wohnung tätig sind und keine erste Tätigkeitsstätte aufsuchen. Die Pauschale beträgt 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr. Steht Ihnen dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, ist der Abzug laut Gesetz auch an Tagen möglich, an denen Sie zusätzlich auswärts tätig sind (Stand: November 2026).

Für Selbstständige können die Kosten eines Arbeitsplatzes außer Haus Betriebsausgaben sein, für Angestellte unter Umständen Werbungskosten. Wie die Regeln in Ihrem Fall zusammenspielen, sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung klären.

So finden Sie Ihre Lösung

  1. Problem benennen

    Schreiben Sie auf, was Ihnen im Homeoffice konkret fehlt: Ruhe, Platz, Ergonomie, Abstand, Kontakt.

  2. Passende Alternative wählen

    Fehlt nur Ausstattung, rüsten Sie zu Hause auf. Fehlen Ruhe und Abstand, testen Sie einen Arbeitsplatz außer Haus.

  3. Einen Tag ausprobieren

    Buchen Sie einen Tagespass und arbeiten Sie dort an einer Aufgabe, die zu Hause liegen bleibt.

  4. Rhythmus festlegen

    Legen Sie feste Tage fest, etwa Dienstag und Donnerstag. Feste Tage werden schneller zur Gewohnheit.

  5. Nach vier Wochen bewerten

    Haben Sie mehr geschafft? Fühlen Sie sich abends freier? Dann passt die Lösung.

Fazit

Das Homeoffice ist nicht das Problem, sondern die fehlende Abwechslung. Wer zu Hause dauerhaft keine Ruhe oder keinen richtigen Arbeitsplatz hat, findet in einem Arbeitsplatz außer Haus eine einfache Alternative, ohne täglich zu pendeln. Fangen Sie klein an, mit einem oder zwei Tagen pro Woche, und entscheiden Sie dann.

Für Selbstständige, die zusätzlich ihre Privatadresse aus dem Impressum nehmen möchten, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Geschäftsadresse mieten.

Häufige Fragen

Was ist die beste Alternative zum Homeoffice?

Das hängt davon ab, was Ihnen zu Hause fehlt. Fehlt nur ein guter Stuhl, reicht oft eine bessere Einrichtung. Fehlen Ruhe und Abstand, ist ein Arbeitsplatz außer Haus wie ein Coworking-Platz die naheliegende Lösung. Für feste Teams kann ein eigenes Büro sinnvoller sein.

Darf ich als Angestellter im Coworking arbeiten?

Das regelt Ihr Arbeitsvertrag oder eine Vereinbarung zum mobilen Arbeiten. Viele Regelungen erlauben nur die eigene Wohnung. Fragen Sie vorher Ihren Arbeitgeber und klären Sie, wie Sie dort mit vertraulichen Daten umgehen.

Wie viele Tage außer Haus sind sinnvoll?

Für viele reichen ein bis zwei Tage pro Woche für konzentrierte Aufgaben, Termine oder einfach einen Ortswechsel. Wer jeden Tag Ablenkung zu Hause hat, profitiert von mehr Tagen. Testen Sie mit einzelnen Tagen, bevor Sie einen Monatstarif wählen.

Was kostet ein Arbeitsplatz außer Haus?

Bei Primus Coworking in Hennef kostet ein Tagespass 23,80 € brutto, ein flexibler Monatsplatz 201,11 € und ein fester Schreibtisch 272,51 € pro Monat (Stand: November 2026). Ein eigenes Büro kostet je nach Lage und Größe deutlich mehr, dazu kommen Nebenkosten und Einrichtung.

Kann ich die Homeoffice-Pauschale trotzdem nutzen?

Für Tage, an denen Sie überwiegend zu Hause arbeiten und keine erste Tätigkeitsstätte aufsuchen, kommt die Tagespauschale von 6 € in Betracht, höchstens 1.260 € im Jahr. An Tagen, an denen Sie überwiegend außer Haus arbeiten, in der Regel nicht. Klären Sie Details mit Ihrer Steuerberatung.

Quellen

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.